Geschichte der Gulaschprogrammiernacht

aus dem Wiki des Entropia e.V., CCC Karlsruhe

Eines der Highlights unseres von der Stadt Karlsruhe geförderten gemeinnützigen Vereins ist die — mit Ausnahme zweier Pandemiejahre – seit 2002 jährlich stattfindende, viertägige Konferenz: die Gulaschprogrammiernacht (kurz: GPN).

Die Konferenzwebseite (https://gulas.ch/) fasst wie folgt zusammen:

Gulaschprogrammiernacht klingt fast wie ein Kochmarathon für schlaflose Informatikstudenten. Was 2002 in einem Karlsruher Kellerraum mit ein paar Technikbegeisterten angefangen hat, ist inzwischen zu einer der größten Veranstaltungen des Chaos Computer Clubs gewachsen. Die Themen sind breit gefächert: Den Kern bilden Hard- und Softwareentwicklung, sowie Datensicherheit. Daneben kommen aber auch Datenschutz, Netzpolitik und viele andere faszinierende Themen zum Zug: Wie kocht man das perfekte Gulasch? Kann man aus Hardwareschrott noch schönen Schmuck basteln? Wie funktioniert eigentlich eine Nähmaschine? Wie fliegt man Raumschiffe?

Die Gulaschprogrammiernacht wird vom Entropia e. V. des lokalen Chaos Computer Club in Karlsruhe veranstaltet. In den Lichthöfen der Hochschule für Gestaltung (HfG) und den Vortragssälen des Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) werden mehr als 1500 Besucher erwartet. Wichtig ist, dass trotz der inhaltlichen Tiefe, in die manche Vortragende eintauchen, die Gulaschprogrammiernacht sich nicht nur an die »Digital Natives« oder Nerds richtet. Alle sind willkommen und können etwas lernen, es gilt das alte Motto »uns gefällt alles«.

Dem Namen getreu ist das Programmieren selbstverständlich die Hauptsache auf einer GPN. In den Lichthöfen stehen dazu im »Hackcenter« Tische mit Strom- und Netzwerkanschluss bereit, an denen die Gäste ihre Zelte aufschlagen können. Ein großer Teil reist mit einem Projekt an, um auf der Gulaschprogrammiernacht ein paar fokussierte Tage und gegebenenfalls auch Nächte damit zu verbringen. Das heißt nicht, dass Fragen verboten sind. Im Gegenteil: Die meisten Hackenden, wenn sie nicht gerade in tiefster Programmiermeditation versunken sind, geben gerne Auskunft über ihr Steckenpferd. Auch gerade Fertiggewordenes wird gerne vorgeführt, und so wimmelt es auf der Gulaschprogrammiernacht von selbstgebauten Lichtinstallationen und Gerätschaften. Vor allem die 3D-Drucker und Textilhacker erfreuten sich in letzter Zeit großer Beliebtheit.

Der zweite Hauptbestandteil einer Gulaschprogrammiernacht, neben den Aktivitäten im Hackcenter, ist das Workshop- und Vortragsprogramm.

Schon zur 2. GPN im Jahre 2003 gab es positive Resonanz in der Regionalpresse: Die Badischen Neusten Nachrichten widmeten der Veranstaltung einen Artikel.

2006 erweckte die Veranstaltung schon überregional Aufmerksamkeit: die Rheinland-Pfalz Zeitung berichteten, genauso wie Rheinland-Pfalz Zeitung; auch KA-News berichtete).

Seit spätestens 2012 war die GPN in deutschlandweiter Presse des Heise Verlags vertreten (Christiane Rütten: Hackerspace-Besuch in Karlsruhe: Entropia/GPN. In c’t Hacks, 2/2012, S. 10–19), in der gleichen Zeitschrift erschien auch im Folgejahr ein Artikel zur GPN.

Der Durchbruch in die internationale Presse gelang der Veranstaltung 2017, als ein Artikel zum CCC in bei Bloomberg erschien und die GPN prominent in Text und Bild vertreten war.

2018 schaffte es die GPN endlich auch in die deutschsprachige Wikipedia – bei den sehr hohen Anforderungen dafür, geradezu ein Ritterschlag für das Event.

Der Deutschlandfunk berichtete 2019 von der GPN. Auch Heise berichtete zum wiederholten male.

Im Jahr 2022 zur GPN20 wurde die Pressearbeit etwas gezügelt, da wir der Pandemie bis zuletzt nicht zu garantieren war, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden würde. Nichtsdestotrotz gab es Pressebesuch von Netzpolitik.org.

Zur GPN20 erschienen 2.000 eindeutige BesucherInnen, 1.500 waren vier Tage lang durchgängig zeitgleich vor Ort. Während die Veranstaltung absichtlich auf Eintritt verzichtet, um den TeilnehmerInnen einen so niederschwelligen Zugang wie möglich zu erlauben, wird um Spenden gebeten, um die Produktionskosten der Veranstaltung aufzufangen. Außerdem werden den Gästen über die vier Tage Getränke und Essen zu fairen Preisen angeboten; es gibt zudem die Möglichkeit, Merchandise (Tassen, T-Shirt und Kapuzenpullover mit dem Logo der Veranstaltung) zu erwerben.